Zum Urteil über die Businessparkbebauung: Eine Chance für eine bedarfsgerechte Bebauung, die Anliegeranforderungen und Klimaschutzziele einbezieht

Das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zur Bebauung des Businessparks in Bad Honnef Rhöndorf bestätigt die Position der Fraktion von Bündnis 90 /Die Grünen, die 2019 nicht der Änderung des Bebauungsplans und der Heilung von Formfehlern zugestimmt haben.

Die Grünen haben sich dafür eingesetzt, dass auf dem brachliegenden Gelände des Businessparks Konzepte verfolgt werden, die Wohnen, Arbeiten und Einkaufen ermöglichen und eine Wohnbebauung mit bezahlbaren Wohnungen und eine gewerbliche Nutzung mit einem Lebensmitteleinzelhandel für die Nahversorgung vorsehen. Bereits bei der Aufstellung des Bebauungsplans haben sie die massive Bebauung und den großflächigen Einzelhandel mit 1500 m² für einen Vollsortimenter, 400 m² für einen Getränkemarkt und 700 m² für einen gesundheitsbezogen Einzelhandel kritisiert. Gegen den Vollsortimenter, der als Sondergebiet auszuweisen ist, spricht, dass er weit über eine Nahversorgungsfunktion hinausgeht, das Verkehrsaufkommen in Rhöndorf und die Gefahren für den Rad- und Fußgängerverkehr erhöht, zu steigenden Lärm- und Schadstoffbelastungen für die Anlieger führt und negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Innenstadt haben kann. Die geplante großvolumige Bebauung mit 4- bis 6-stöckigen Gebäuden und über 120 Wohneinheit verträgt sich aus Sicht der Grünen nicht mit der bestehenden Reihen- und Einzelhausbebauung. Insbesondere die lange vierstöckige Gebäudefront östliche der relativ neuen Reihenhäuser wirkt wie eine hohe Wand, die den Lärm von der B 42 und der Bahnstrecke reflektiert.

Klaus Wegner (Fraktionssprecher der Grünen) sieht das Urteil des Verwaltungsgerichts als Chance, dass die Stadtverwaltung und die Investoren eine Lösung finden, die die Anforderungen der Anlieger einbezieht, die Massivität der geplanten Bebauung zurücknimmt, bezahlbaren Wohnraum schafft und die Einzelhandelsflächen reduziert und auf Nahversorgungsfunktionen fokussiert. Dabei sollten Möglichkeiten genutzt werden, die Verkehrs-, Lärm- und Schadstoffbelastung verträglich zu gestalten, regenerative Energie einzusetzen und in Verbindung mit vertikaler und horizontaler Begrünung Klimaschutzziele umzusetzen. Eine entsprechende Planung könnte die Zustimmung aller Ratsfraktionen finden und ohne weiteren Rechtsstreit zügig realisiert werden.

Klaus Wegner

Sprecher der Fraktion „Liste Bündnis 90 / Die Grünen“ 

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