ERWARTUNGEN ERFÜLLEN – QUALITÄT STATT QUANTITÄT

nach Wahlerfolg: Grüne beraten auf ihrer Mitgliederversammlung die neue politische Lage in Bad Honnef

Parteimitglieder und Vertreterinnen von Bürgerinitiativen waren sich einig: Die Bad Honnefer Grünen haben den positiven Bundestrend nutzen können und legten darüber hinaus ganz erheblich zu, weil sie bei den für  unsere Stadt wirklich wichtigen Themen glaubwürdig am Ball  sind. Die Grünen verzweieinhalbfachten ihre Stimmen auf 3.684, gewannen 10 von 16 Wahlbezirken sowie den Talbereich der Stadt. In Aegidienberg blieben sie mit immerhin 25% hinter der CDU; ortsweit allerdings schlossen sie mit 28% insgesamt fast auf.

Die Grünen begreifen die vielen Stimmen als Verantwortung. Hinter dem Votum stehen Erwartungen, die bestätigt werden wollen. Mindestens zweitausend (!) Menschen wählten zum ersten Mal Grün und nahmen damit eine Hürde, hinter die sich Enttäuschte für lange Zeit zurückziehen würden. Deutlich formulierte der Ortsverband die Absicht, verlässlicher Partner zu bleiben für seine Wähler*innenschaft. „Ja, wir werden zuhören; wir lassen uns durchaus sagen, was zu tun ist. Die Grünen wollen auf der Seite der Leute stehen. Auf der Seite der Jungen, die andere Wünsche haben als die Betonierung von Natur.“ Also werden wir nochmals verstärkt denn direkten Dialog mit den hiesigen Bürgerinnen und Bürgern sowie ganz besonders mit jungen Menschen suchen, um deren Anliegen und Wünsche an eine grüne Lokalpolitik unmittelbar in den Rat tragen zu können. 

Ganz vorn geht es darum, das Kernthema Klimaschutz umzusetzen, Vorsorgestrategien zu entwickeln und zu beschließen, diese so konkret wie praktisch auf die Stadt anzuwenden. Wer hier Wald roden, Natur planieren, Gemein- oder Sportflächen zerstören will zugunsten von Versiegelung und Bebauung – der schlägt der heute von fast Allen beschworenen Klimavorsorge ins Gesicht. Und wird die Grünen kaum als Freund erleben.

Global denken, vor Ort handeln. Das geht auch in Bad Honnef. Vorhandenes innerstädtisches Grün als wertvoll erkennen und verteidigen. Also Zonen der thermischen Erholung sichern – nachts Abkühlung, tagsüber Erleichterung. Bewegtes Wasser und (auch kleine) grüne Freiflächen verbinden. Die Renaturierung und Sanierung des Möschbachs, wie sie gerade durch den Wasserverband des Kreises vorgenommen wird, als Beispiel nehmen. Hochwasserbereiche am Rheinufer sind für Hochwasser da – und eben nicht für in Betonwannen platzierte Gebäudeblöcke. Längst überfällig ist es, neben der sozialen Komponente die ökologische Funktion von Sport- und Freiarealen zu verstehen und die Gier auf solches Gelände zum Bauen oder Versiegeln zu beenden. Den sachlich auch noch unbegründeten Wachstumshype zu ersetzen durch zukunftssichernde Ziele, Qualität statt Quantität.

Dass Bad Honnef bezahlbaren Wohnraum braucht, wissen die Grünen. Deshalb ist auch ein Mitglied unseres Ortsverbandes Aufsichtsrat und Bauausschussvorsitzender der kreiseigenen Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft GWG, die mit 42 öffentlich geförderten Wohnungen gerade die größte Baumaßnahme der letzten Jahre in Bad Honnef abschloss. In der Tat existieren genügend geeignete Reserveflächen. Hier muss sich keine kommunale Regierung dadurch unsterblich machen, dass sie wie im Nördlichen Stadtgarten besonders rigoros gegen den Klimaschutz verstoßen oder am Floßweg besonders überflüssigerweise eine gut funktionierende Straße neu gestalten und dazu großzügig versiegeln will. Es sollte beim Planen schon präsent sein, welche Fehler kommende Generationen schwer belasten werden.

Die Grünen sind gespannt, wie CDU/FDP/FWG/Bürgerblock dem neu entdeckten Thema Klimaschutz in Bad Honnef gerecht werden. Bisher jedenfalls halfen die Vier wirklich gründlich Jenen, die sehr systematisch vorhandene Qualität im Klimaschutz kaputtplanen wollen. Für solche Vorhaben ist das Erstarken der Grüne Partei gar nicht gut.

Also hoffen die Grünen auf Verbündete und neue Partner. Unser Ziel ist es, die für die Zukunft der Stadt nicht nützliche Entwicklung umzukehren. Wobei wir durchaus bestehende positive Momente und Projekte wertschätzen. Wir freuen uns auf den neuen Kursaal und über die unsichtbare Kanalsanierung sowie die gewonnene lokale Dynamik, unterstützen sinnvolle Onlineprojekte. Aber Grün legt laut klare Kriterien an: Verbesserung lokaler Mobilität mit dem Schwerpunkt der Radverkehrsförderung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz, Wachstum in Verantwortung und Qualität, Investitionen in Jugend und Zukunft ohne Wenn oder Aber. Grün verlangt im übersichtlichen Bad Honnef eine Politik nach den Prinzipien von Transparenz und Teilhabe. Sonst machen wir nicht mit. Wir suchen unseren Platz unbestechlich an der Seite von Bürgerschaft und Bürgerinitiativen. Bringen unseren Beitrag, damit Bad Honnef besonders lebenswert ist und bleibt. Denn das ist der Plan. 

Bündnis 90 / Die Grünen

Ortsverband Bad Honnef

Burkhard Hoffmeister

Sprecher

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