Landesgartenschau: Fieber im Tal – Aegidienberg muss abwarten

Es ist gut, dass sich Bad Honnef für die Durchführung einer Landesgartenschau bewirbt. Denn die Menschen in der Stadt lernten sehr schnell, sich hierfür zu begeistern. Regelmäßig tagen Arbeitskreise ind -gruppen mit bis zu 40 TeilnehmerInnen, ein Förderverein steht vor der Gründung. Alle sind sich völlig im Klaren, dass ein Erfolg wirklich große Anstrengungen braucht. Wer zunächst ehrlich skeptisch war, wird jetzt beeindruckt von soviel Engagement.

Es wäre eine große Chance. Zweifelsohne das größte Ereignis mit den bei Weitem meisten Besucherinnen und Besuchern, welches je im Rhein-Sieg-Kreis stattfand. Und es trifft tatsächlich zu, dass fast alle jetzt angegangenen Vorarbeiten inklusive der Bewerbungsinhalte im Falle einer Nicht-Berücksichtigung sinnstiftend für das Konzept zur Stadtentwicklung genutzt werden können.

Bad Honnef besitzt Natur im Überfluss, um damit eine Super-Laga zu gestalten. Wenn auf eine Phalanx neuer Bauten und Protzerei überhaupt verzichtet wird, dann lässt sich dieses Kapital Natur strukturieren und nachhaltig aufwerten. Parks und Grünflächen verbinden, eine neue Achse von der Stadt zum Rhein errichten, Parkplatzprobleme gründlich lösen, Kulturlandschaft zwischen Naturschutz am Ufer und im Siebengebirge, eine weitere Veredelung der Insel als Kleinod.

… und Aegidienberg?

Ein großer Teil der Besucherinnen und Besucher würde über die A3 anreisen. Sollen diese die Laga-Stadt erst mal 3 Kilometer „laga-frei“ und dann 8 km im Wald durchfahren?

Besonders gesucht werden Gäste sein, die länger bleiben. Ein Wochenende oder eine ganze Woche. Haben die dann nicht Aegidienberg als Honnefer Stadtteil im (nun mal richtig schönen) Siebengebirge im Angebot? Wo wandern sie, wo fahren sie Rad? Gibt es dann so gar keinen Bezug zur Laga?

Doch, das sollte schon sein. Ein dann neu gestalteter Aegidiusplatz als kommunikationsfreundlicher Ortskern, auf dem Leute von auswärts und hier sich begegnen. Bewohnerinnen und Bewohner, die zeigen, wie grün ihr Stadtteil ist – und wie das Grün sich verbindet untereinander und mit dem Wald. Privatquartiere mitten in der Natur, Saft von hiesigen Streuobstwiesen. Lokale Feste sowieso – und vielleicht sogar mal eine Straußenwirtschaft.

Ein solcher Erlebnisraum von auch in Bad Honnef besonderer Art fände seine zufriedene Kundschaft. Wir suchen noch mehr Ideen und wollen diese diskutieren – mit denen im Tal, mit der lokalen Politik im Bezirksausschuss, vor allem aber mit Menschen, die in Aegidienberg leben und denen ihr Wohnort wichtig ist.

Allerdings beginnen wir mit den Rahmenbedingungen. Wie es ja auch sinnvoll ist. Dazu hat die Grüne Fraktion im Bad Honnefer Rat den BUND eingeladen, der uns erklären wird, was er von einer nachhaltig der Natur verbundenen Laga erwartet. Und die Kreispolitik, die zwar bereits jeweils 25 T€ Zuschuss für die beiden Bewerbungsjahre beschloss, die aber noch ein laga-spezifisches Wirtschaftsförderungskonzept zur Unterstützung der Stadt braucht. Irina Briese, die einstimmt auf die Auslotung der Möglichkeiten Aegidienbergs im Laga-Umfeld.

Natürlich beginnen wir mit einer Übersicht über die bisherige Planung aus kompetentem Mund, vorgestellt von einer Vertreterin des Planungsbüros oder der Stadt.

Wir laden sie ein:

Landesgartenschau in Bad Honnef – Chancen und Risiken

Rede und Antwort stehen BUND, Kreistags- und Stadtratsfraktion

Information durch eine Vertreterin der Planung

Mittwoch, 29. April, 20.00 Uhr

Inselcafé auf Grafenwerth

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