Es geht voran mit der höheren Gemeinde. Demnächst gehört der Aegidiusplatz wieder mehr den Menschen.

Letztens im Bezirksausschuss

Der Aegidiusplatz wird ein Platz für mehr Menschen und weniger Autos. Mit Bäumen und Terrassen. Mit einem einheitlichem und vor allem grünen Bild.

Auch sonst machte der Bezirksausschuss auf der Septembersitzung einen guten Job. Seine Beschlüsse sind konkret und entwickeln die Berggemeinde gründlich. Die (gar nicht so wenigen) Zuhörerinnen und Zuhörer konnten erkennen, wohin die Reise geht; sie hatten den Eindruck, dass sich wirklich etwas bewegt. Planmäßig bewegt.

Aegidiusplatz

Auf dem Aegidiusplatz und dem Parkareal an der Mark-Hövel-Straße gilt in naher Zukunft eine Parkscheiben-Regelung. Die Höchstparkdauer von 3 Stunden wird geschätzte 30-40 Langzeitparker auf andere Flächen ausweichen lassen. Einkaufende, Bank- und PostkundInnen, BehördengängerInnen werden ebenso maßgeschneidert bedient wie Besucher und Besucherinnen von Beerdigungen und Lokalen.

Da ließ sich auch die Stadtverwaltung nicht lumpen und wurde ebenfalls konkret: Das Geld für eine erste Gestaltung des Platzes über Bepflanzung ist im Haushalt eingeplant, 12 Bäume werden in zwei Reihen die Ordnung des oberen Kirchplatzes aufnehmen und bis zum Friedhof fortsetzen. Die Kirmes ist nicht behindert. Es müssen nicht unbedingt Linden sein, über deren Schäden auf der Wetterseite wir bereits schrieben (und was sich vor Ort leicht begutachten lässt); Platanen erfüllen den gleichen Zweck, stehen bereits in den vorhandenen Reihen und verkleben im Sommer keine Fahrzeuge. In jedem Fall will die Mehrheit des Ausschusses bereits mit größeren Pflanzen beginnen und verschmähte das Angebot der Grünen, über jüngere und dann gespendete Bäumchen Kosten zu senken. Eine „Niederlage“, die wir gern erduldeten.

Die Einrichtung eines Ausweichgeländes ist dagegen noch nicht beschlossen. Wir hatten dies für das Ostende der Straße Vogelsbitze im Gewerbegebiet Rottbitze unmittelbar angrenzend an den Wendehammer vorgeschlagen. Unser Gedanke: Durch die Parkscheiben werden Dauerparker allein vertrieben und gemaßregelt, erhalten aber keine Hilfe beim Ausweichen. Zumal die Bildung von Fahrgemeinschaften – und genau das liegt dem Parken über den Tag zugrunde – sehr zu begrüßen ist. Als in der Tat ernstzunehmendes Gegenargument hörten wir, dass sich das auch ohne Regelung sortiert und deshalb die Kosten einer alternativen Geländepräparierung gespart werden können. Ist das so? Wir werden es beobachten und plädieren noch immer dafür, Park+Ride sowie Fahrgemeinschaften als Bestandteile einer gelebten Energiewende ausdrücklich zu fördern.

Versorgung

Der bereits beschlossene Fachmarkt an der Kreuzung Rottbitzer / Himberger Straße kann schneller entstehen. Der Ausschuss gab einem beschleunigten Planungsverfahren grünes Licht. Er verzichtet – incl. der Grünen – an dieser Stelle auf die obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfung.

Auf diese Weise kann sich das bisher von Discountern dominierte, im Osten durch den Baumarkt begrenzte Versorgungsgebiet um einen weiteren Fachmarkt (also bis zu 799 qm) erweitern. Der Voll-Sortimenter Edeka bleibt durch diese Beschränkung geschützt an seinem eigenen Standort. Wichtig ist uns, dass der mit diesem Bauvorhaben verknüpfte vorgelagerte Kreisverkehr bereits beschlossen ist und diese Kreuzung als Nadelöhr ersetzen wird. Dann fehlt nur noch ein großer Kreisel zur Anbindung der Autobahnauffahrten und des zukünftigen Gewerbegebiets Dachsberg – und die so geschlossene Linie der Kreisverkehre kann beweisen, dass Verkehr so flüssiger, unfallfreier, weniger stinkend und schonender zu bewerkstelligen ist.

Gestaltung öffentlicher Flächen

Für den Eingang Aegidienbergs zum Schmelztal besorgte Frau Welter Sponsor und Künstlerin. Das ist wirklich verdienstvoll. Auch die Idee hinter dem Ensemble im Kreisverkehr spricht für sich und für die Berggemeinde: Pferde und Stelen aus Siebengebirgsgestein als Charakteristika des Ortes, in den sie den Eingang weisen. Das hat Stil. Und die Beteiligten stehen parat.

Weniger gut ist, wie lange es dauert. Nicht nur hier – aber besonders hier – konnten die Vertreter der Honnefer Verwaltung aus dem Tal erfahren, dass Leistung Selbstbewusstsein schafft. Der Ausschuss machte ein wenig Druck im Kessel, und so könnte uns ein weiteres ästhetisches Intermezzo mit Plakaten des bekanntesten lokalen Models an eben dieser Stelle erspart bleiben.

und dann noch:

WICHTIGES ZUR SCHULE

Im Bezirksausschuss noch nicht bekannt konnte eine andere Entwicklung sein:

Für Viele überraschend stimmte der Königswinterer Rat am 24. September für die Errichtung einer Gesamtschule. Da auch die Honnefer Bürgerschaft diese Schulform inzwischen will, sollte ein Neu-Einstieg in Verhandlungen über ein gemeinsames Engagement beider Siebengebirgsstädte naheliegen.

Natürlich ist es noch ein weiter Weg bis zu einer Schule, die innerhalb ihres Angebots differenziert und nicht über Schulwechsel, die G9 statt G8 bietet, und die vor allem die Honnefer Eltern mit großer Mehrheit wollen. Doch für die Aegidienberger Jugend ändert sich bereits im schlechtesten Fall einer Kirchturmpolitik beider Städte viel: Die Gesamtschule rückt sehr viel näher und läge dann in Oberpleis statt Bonn oder Hennef. Und fahren müssen alle Kinder ab 10 Jahren eh – solange sie das Pech haben, auf dem schulisch verödeten Berg zu wohnen.

Nach einer kurzen Beobachtungsphase werden die Grünen über Chancen und Perspektiven der älteren Aegidienberger Schülerinnen und Schüler in einer der nächsten beiden Ausgaben berichten. Versprochen.

Veröffentlicht im Siebengebirgsboten vom 03. Oktober 2012.

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